Mittwoch, 30. Januar 2013

Mein Blog ist noch so jung, und schon habe ich ihn sträflich vernachlässigt ... ich muss zugeben, ich bin in den letzten Wochen einer Mischung aus "keine Zeit", "keine Motivation" und "nicht dran gedacht" unterlegen, bezüglich des Postens hier - aber das wird sich jetzt wieder ändern. Falls es schon die einen oder anderen gibt, die regelmäßig auf meiner Plotter Owl vorbeischaut, dann kann ich also Entwarnung geben, der Blog lebt noch und wird auch weiter leben! :)




Montag, 31. Dezember 2012

Es ist mal wieder so weit: Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Morgen ist schon 2013 und das Jahr 2012 wird für alle Zeiten Geschichte sein. 
Heute, an Silvester, ist so ein Tag, an dem wir gleichzeitig zurück- und vorausblicken können.
Zurückblicken auf das Jahr, welches hinter uns liegt. Wir können uns die Frage stellen, was wir in diesem Jahr erreicht haben. Ob einige unserer Träume in Erfüllung gegangen sind. Ob es ein gutes oder eher ein schlechtes Jahr war. In jedem Fall können wir ein positives Fazit ziehen: War es ein gutes Jahr, so können wir uns sagen, dass es für alle Zeiten in unserer Erinnerung fortleben wird. War es ein schlechtes Jahr, dann können wir es abhaken, denn schließlich ist es jetzt vorbei! 
Und schließlich blicken wir voraus auf das Jahr 2013. Wir haben vielleicht Vorsätze, Träume und Wünsche für dieses Jahr, wir hoffen, dass es unser Jahr wird. Das mit den Vorsätzen ist natürlich immer so eine Sache, viele Leute sagen, dass sie sie spätestens nach einer Woche wieder vergessen. Wenn das mit den Vorsätzen nichts wird, so sollte man meiner Meinung nach den Fokus auf die Wünsche und Träume legen. Man sollte sich ein paar von ihnen herauspicken und versuchen, sie umzusetzen. Wenn das am Ende nicht klappt, dann hat man es zumindest versucht. Und wenn es klappt - umso besser!

Was das Potter-Jahr 2012 angeht, habe ich letztens festgestellt, dass es global betrachtet tatsächlich das erste Jahr seit 1995 ist, in dem weder ein Harry Potter - Buch oder - Film erschienen ist, noch fürs kommende Jahr in Aussicht stand. Aber trotzdem, nach fünfzehn Jahren voll mit HP lebt diese Reihe in so vielen Herzen weiter, dass sie einfach schon allgegenwärtig geworden ist! :) 

»Am Ende wird alles gut, und wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende.«

In diesem Sinne wünsche ich euch ein fröhliches, glückliches und erfülltes Jahr 2013! 


Freitag, 28. Dezember 2012

Happy Birthday, Maggie Smith!

Heute hat eine ganz wunderbare Frau Geburtstag: Dame Maggie Smith, welche in der Harry Potter - Reihe die Rolle der Professor McGonagall gespielt hat, feiert ihren 78. Geburtstag!!
Dank den HP-Filmen und der Tatsache, dass sie meine Lieblingsrolle aus der ganzen Reihe spielt, ist Maggie heute meine absolute Lieblingsschauspielerin. Eigentlich bin ich weniger auf einzelne Schauspieler fixiert, als dass ich viel mehr auf Inhalte von Filmen achte, aber Maggie ist da einfach eine Ausnahme. Ihre geniale Schauspielkunst und ihr wahnsinnig sympatisches Wesen haben mich überzeugt, und so ist sie tatsächlich die erste und eine der sehr wenigen SchauspielerInnen, bei der ich konkret geschaut habe, was sie sonst noch für Filme gemacht hat und mir auch einige dieser Filme gekauft habe. Empfehlenswert sind zB der Fantasyfilm "From Time To Time", die Komödie "Mord im Pfarrhaus" oder auch "Best Exotic Marigold Hotel", welcher im Frühling diesen Jahres in die Kinos kam. Maggie zaubert einfach in jeder Rolle ein Lächeln auf mein Gesicht! Und im Januar kommt ihr neuster Film "Quartet", da freue mich mich auch schon seeehr drauf! Uuuund, nicht zu vergessen, die momentan weltweit gefeierte Serie "Downton Abbey", in welcher Maggie die Dowager Countess of Grantham spielt ... wie dem auch sei: ALLES GUTE, MAGGIE!


Adventskalender - Fazit

Ich hoffe, der Adventskalender hat auch gefallen. Ihr könnt natürlich alles, was ich so gepostet hab, nochmal nachlesen (aber wen das interessiert, der weiß das sicher schon :D). Mir jedenfalls hat es Spaß gemacht und ich freue mich schon auf den Adventskalender 2013 ... :)

Montag, 24. Dezember 2012

Adventskalender: Törchen 24

Der wohl schönste Tag des Jahres ist gekommen - Heiligabend! Ich wünsche euch allen ein schönes, glückliches und besinnliches Weihnachtsfest - und präsentiere euch zum Abschluss die Geschichte Godric's Hollow, welche ich ebenfalls mit meiner guten Freundin Minerva zusammen geschrieben habe. Von all den Geschichten und Texten rund um Harry Potter, die ich alleine und gemeinsam mit Minerva geschrieben habe, ist das hier einer meiner liebsten! Vielleicht erinnert sich ja der eine oder andere Buchleser: Heute vor genau fünfzehn Jahren haben Harry und Hermine erstmals Harrys Geburtsort Godric's Hollow besucht! In diesem Sinne: Viel Spaß beim Lesen!

Godric's Hollow


Die folgenden Geschichten widmen sich einem Ort, der so voller Zauber ist, dass er für das Fest der Liebe wie geschaffen scheint.

24. Dezember 1980
Rings um den Platz hingen bunte Lichterketten und in der Mitte stand etwas wie ein Kriegerdenkmal halb verborgen hinter einem windzerzausten Weihnachtsbaum. Es gab ein paar Läden, ein Postamt, einen Pub und eine kleine Kirche, deren Buntglasfenster wie glänzende Edelsteine über den Platz leuchteten. Die Tür des Pubs ging kurz auf, und ein wenig Gelächter und Popmusik drang heraus; dann wurde in der kleinen Kirche ein Weihnachtslied angestimmt.
Wie aus dem Nichts erschien bei den ersten Takten des Liedes eine schlanke, hoch gewachsene Gestalt, direkt neben dem schneebedeckten Kriegerdenkmal. Im spärlichen Schein der Lichterketten war nur ihr Umriss auszumachen. Die Gestalt blickte sich um. Sie schien auf jemanden zu warten. 
Sekunden später tauchte ein zweiter Umriss direkt neben ihr auf, genauso lautlos und ebenfalls hoch gewachsen.
„Guten Abend, Minerva“, sagte die erste Gestalt. 
„Schön, dich zu sehen, Albus.“, erwiderte die zweite. „Hast du es?“ 
Albus nickte. „Gehen wir.“ 
Und die beiden setzten sich in Bewegung, verließen den Platz und bogen in die kleine Hauptstraße ein. Sie gingen einige Minuten mit gedämpften Schritten durch den frisch gefallenen Schnee, ehe sie schließlich vor dem letzten Haus in der Straße halt machten. Albus hielt das niedrige Gartentor für Minerva auf und die beiden schritten einen schmalen Weg entlang zur Eingangstür. Er zog ein fein säuberlich verpacktes Päckchen aus einer seiner unzähligen Taschen und legte es vor die Eingangstür. Minerva zückte einen dünnen Zauberstab, murmelte einige Worte und das Päckchen begann, von innen heraus zu leuchten. Nun waren darauf Worte in einer verschnörkelten, aber klaren Handschrift zu erkennen: 'Für Harry,
 zu seinem ersten Weihnachtsfest.'
„Das war’s“, murmelte Minerva und die beiden gingen zurück zur Straße. „Wieder nach Hogwarts?“
„Du kannst schon mal apparieren. Ich komme dann nach.“ 
Einige Minuten später durchschritt Albus das Schmiedeeiserne Tor zum kleinen Friedhof hinter der Kirche. Er wandte sich nach rechts und blieb von einem kleinen Grab stehen. Mit seinem Zauberstab zeichnete er einen Kreis in die Luft und ein herrlicher Kranz erschien unter dem Grabsein.
„Ein frohes Weihnachtsfest, Ariana“, murmelte Albus und verschwand so leise, wie er gekommen war. 

Wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein. 

[Mt 6, 21]
Diesen Grabspruch hat Dumbledore für Ariana ausgesucht. Ist es ein Zufall, dass er gerade an Weihnachten seine Bedeutung offenbart? Dass Albus und seine Schwester am heiligen Abend wieder zueinander finden?
Reisen wir nun siebzehn Jahre weiter, als Harry Potter in seine Heimat zurückkehrt, um den Geist der Weihnacht zu empfangen als das Größte aller Geschenke.

24. Dezember 1997
Der Schnee war zusammengepresst, und er war hart und rutschig geworden, wo den ganzen Tag lang Menschen darüber gelaufen waren. Leute aus dem Dorf kreuzten ihren Weg, für einen Moment angestrahlt von den Straßenlaternen. 
„Harry, ich glaub, es ist Heiligabend!“, sagte Hermine. „Sie … sie sind wohl dort, oder? Deine Mum und dein Dad? Ich kann den Friedhof sehen.“
Harry spürte, wie etwas in ihm bebte, das mehr als Aufregung war, eher Furcht. Am Eingang zum Friedhof war ein kleines Schwingtor. Hermine drückte es so leise wie möglich auf und sie gingen hindurch.
„Harry, sie sind hier … hier ist es.“ 
Der Grabstein war aus weißem Marmor, und so war er leicht zu lesen, denn er schien in der Dunkelheit zu leuchten. 


James Potter, geboren am 27. März 1960, gestorben am 31. Oktober 1981
Lily Potter, geboren am 30. Januar 1960, gestorben am 31. Oktober 1981
Der letzte Feind, der zerstört werden wird, ist der Tod.

Hermine hob ihren Zauberstab, zog einen Kreis durch die Luft, und vor ihnen erblühte ein Kranz aus Christrosen. Harry fing ihn auf und legte ihn auf das Grab seiner Eltern. Harry wollte gehen. Er glaubte nicht, es einen Moment länger hier auszuhalten. Er legte seinen Arm um Hermines Schultern, und sie schlang ihren um seine Hüfte, und so wandten sie sich schweigend ab und gingen durch den Schnee davon. 
[Harry Potter und die Heiligtümer des Todes, S. 332ff]


Der letzte Feind, der zerstört werden wird, ist der Tod. 
[1.Kor 15,26]

Dieser Grabspruch ziert die letzte Ruhestätte von Lily und James. Ist es ein Zufall, dass Harry gerade an Weihnachten auf diesen Spruch stößt, der eine so tiefe Bedeutung für ihn hat? Zufall, dass er gerade an Weihnachten wieder nach Hause findet? Ist es auch Zufall, dass er nur Monate später die Prophezeiung des Grabspruchs erfüllt und seinen Frieden findet? Alles war gut. Die Narbe hatte ihn seit neunzehn Jahren nicht geschmerzt. Zufall, dass die Liebe am Ende siegt? Dass sie es immer getan hat? Alles war gut. Und war es ein Zufall, dass Harry in jener kalten Winternacht in Godric’s Hollow auf dem Friedhof bei der kleinen Kapelle, deren Buntglasfenster wie glänzende Edelsteine über den Platz leuchteten, nach Hause fand?

In siebzehn Jahren kann viel geschehen. In Harrys Leben ist viel zu viel geschehen, um es begreifen zu können. Und auch in Dumbledores Leben ist viel geschehen, am Ende blickte er sogar dem Tod ins Auge.
Und doch, eine Sache ist dieselbe geblieben. Godric's Hollow blieb ein Ort, an dem Trauer und Hoffnung Hand in Hand gehen. Vor allem am Weihnachtsabend.

Jedes Herz bindet sich an etwas, das es Zuhause nennt. An etwas, an jemanden. Und auch diejenigen, für die das Weihnachtsfest ein wenig Trauer bedeutet, sehen schließlich in Weihnachten ihre Lieben wieder. So ist es für Dumbledore, und so ist es für Harry, die in der Besinnung ihre Kraft finden. Denn Zuhause ist in jedem Herzen, und vollkommen, wenn dein Herz auch da ist, wo dein Schatz ist.

In siebzehn Jahren hat sich im beschaulichen Dorf Godric's Hollow nichts verändert. Dieselben Lichterketten, derselbe Baum, derselbe Pub. Derselbe Friedhof. Nach siebzehn Jahren kommt ein Waisenjunge dorthin zurück und findet dort sein Zuhause. Ein Stück Familie. Ein Stück Geborgenheit. Ein Stück Zauber.

Wir hoffen, dass auch ihr – wo immer ihr euch gerade befindet – an Weihnachten ein Stück Zauber findet und es in eurem Herzen tragen werdet. Ein Stück Zauber, ein Stück Geborgenheit, ein Stück Familie. 

Sonntag, 23. Dezember 2012

Adventskalender: Törchen 23

Hinter dem heutigen Törchen verbirgt sich eine von mir selbst geschrieben Geschichte. Sie ist erst heute entstanden, also noch ganz neu. Hoffentlich gefällt sie euch ... :)




Weihnachten.

Es war jener kalte und harte Winter des Jahres neunzehnhundertdreiundachzig. Die Leute sprachen noch Jahre später ehrfürchtig darüber. Der Schneefall setzte bereits Ende September ein und mit jedem Tag, jeder Woche, jedem Monat zog sich der eisige Klammergriff fester um das Dorf Hogsmeade und das darüber thronende Schloss Hogwarts. Was einige zunächst als Pracht und Schönheit der Natur empfanden, wurde schnell zum Fluch. Zum weißen Fluch, wie einige damals sagten. Die Schüler hatten wir bereits zwei Wochen früher in die Weihnachtsferien geschickt, denn auch die Schneeschutzzauber des Hogwarts-Expresses hatten ihre Grenzen und ich wollte nicht, dass sie alle über Weihnachten im Schloss festsitzen.
Eine Woche vor Weihnachten schließlich bat ich die Bewohner von Hogsmeade, hoch ins Schloss zu ziehen. Aufgrund des verfrühten Schneefalls hatte kaum jemand genug Holz für den Winter gesammelt und die dicken Steinwände der Schule boten einen besseren Schutz, als es die dünnen Holzhäuser im Dorf taten. Fast alle Dorfbewohner nahmen dankbar an, selbst mein Bruder Aberforth, wenn auch unter einigem Murren.
Tagsüber hielten sich die meisten von uns nun in der Großen Halle auf, wo ein warmes Kaminfeuer flackerte und provisorische Schlaflager aufgebaut waren. Die Stimmung war niedergeschlagen, bei Lehrern gleichsam wie bei Dorfbewohnern. Lediglich der eine, große Weihnachtsbaum, welcher in der Mitte der Halle stand, vermochte die Menschen ein wenig aufzuheitern. Hagrid hatte es sich nicht nehmen lassen, hinaus in den meterhohen Schnee zu stapfen und zumindest einen einzigen Weihnachtsbaum zu fällen und aufzustellen. Die Kollegen rund um Professor Flitwick statteten den Baum mit allem erdenklichen Schmuck und Lichtern aus, und ich kann wohl mit Recht behaupten, dass es der prächtigste Weihnachtsbaum war, den die Schule je gesehen hatte. Mit seinen vielen hundert Lichtern und den goldenen und roten Kugeln wurde der Baum für die Schlossbewohner eine Art Leuchtfeuer der Hoffnung in der erdrückenden Dunkelheit, welche sich mit den Schneemassen über die Gemüter gelegt hatte.

So harrten sie nun alle aus, Dorfbewohner und Lehrer gleichermaßen und hofften, das kommende Weihnachtsfest und den Winter heil zu überstehen. Auch die Vorräte der Schule würden irgendwann zur Neige gehen. Meine größte Sorge galten zu dieser Zeit aber eher der einzigen Person, welche meiner Einladung auf das Schloss nicht gefolgt war.
Für Minerva McGonagall war Elphinstone Urquart der wichtigste Mensch in ihrem Leben gewesen. Seit ihrer Heirat drei Jahre zuvor hatten die beiden vielleicht nicht die ganz große Liebe, dafür aber die innigste Freundschaft entwickelt, die mir je untergekommen ist. Elphinstones Tod, welcher gut einen Monat zurücklag, hatte Minerva in ein tiefes Loch stürzen lassen, und der verfrühte Ferienbeginn hatte sie noch darin bestärkt, sich immer weiter zurückzuziehen und in stiller Trauer allein in ihrem Haus am Rande von Hogsmeade zu bleiben.
Es war inzwischen eine Woche her, dass ich Minerva gesehen hatte, und ich konnte nicht weiter tatenlos im Schloss ausharren. Ich machte mich, unter vielen ungläubigen Blicken, aber auch bekräftigenden Zurufen, auf, sie zu suchen. Dichtes Schneegestöber schlug mir entgegen, als ich das Schlossportal öffnete. Den meterhohen Schnee zu durchqueren war zugegeben eine Herausforderung, aber ich kenne da den einen oder anderen nützlichen Zauber und kam schließlich auf der Hauptstaße des verlassenen Dorfes an. Ganz am Ende bog ich nach links und ging direkt auf das kleine, gemütliche Haus zu, an dessen Tür immer noch ein Schild mit der Aufschrift Urquard & McGonagall hing. Mein Klopfen blieb ohne Reaktion, also ging ich hinein. In der Hütte war es kaum wärmer als draußen; das Kaminfeuer schien schon vor Stunden erloschen zu sein. Mein Blick fiel auf die Hintertür, welche einen Spalt weit offen stand, sodass der Schnee sich bereits einen Weg hinein gesucht hatte. Ich ging dort hinaus. Eine Spur, zweifellos von Minerva, führte nach links, am Rande des Verbotenen Waldes entlang. Ich hatte eine Ahnung, wo Minerva sein könnte.

Ich folgte der Spur und erreichte schließlich den kleinen Friedhof zwischen Waldrand und Kapelle. Direkt in der ersten Reihe kauerte eine Gestalt; zitternd, frierend, schluchzend. Langsam ging ich auf sie zu.
»Minerva?«
Das Schluchzen verstummte und Minerva McGonagall blickte auf. Tränen glitzerten auf ihren Wangen und mischten sich mit den Flocken des anhaltenden Schneegestörbers. »A – Albus? Was machst du hier?«
»Ich habe mir Sorgen um dich gemacht. Du solltest nicht alleine hier draußen in der Kälte ausharren.«
»Du hättest nicht herkommen sollen. Ich möchte nicht unter Menschen sein.« Ihre Stimme hatte einen kühlen Ton angenommen.
»Glaubst du wirklich, dass es in Elphinstones Sinne gewesen wäre, wenn du vor seinem Grab erfrierst, Minerva?« Bei der Erwähnung des Namens zuckte sie leicht zusammen.
»Ich – ich kann ihn doch nicht hier draußen im Stich lassen«, sagte sie schwach.
»Es spielt keine Rolle, wo du dich befindest. Alles was zählt ist, dass wir diejenigen, die wir lieben, in unseren Herzen tragen. Und du trägst ihn in deinem Herzen, Minerva. Er weiß das. Auch, wenn du nicht an seinem Grab bist. Ich bitte dich, komm mit mir aufs Schloss. Niemand sollte Weihnachten in Einsamkeit verbringen.«
Endlich rappelte sie sich auf. Sie versuchte, die Tränen wegzublinzeln. »Meinst du wirklich, dass ...«
»Ja, ganz sicher. Und nun komm, sonst bringst du dich noch ernsthaft in Gefahr!«
Ich ließ keinen Widerstand mehr zu und langsamen Schrittes gingen wir gemeinsam hinauf zum Schloss. Am Portal wurden wir bereits von vielen, aufgeregten Dorfbewohnern empfangen. Sie alle schienen glücklich, dass Minerva wohlbehalten im Schloss angekommen war. Und selbst Minerva brachte ein schwaches Lächeln ob der Fürsorge zustande, die ihr entgegengebracht wurde. Einige Minuten später, als sich der Trubel etwas gelegt hatte, sah ich sie alleine, aber immer noch mit einem leisen Lächeln auf den Lippen vor einem der weiten Fenster der Großen Halle stehen. Langsam trat ich neben sie.
»Sieh doch. Elphin hat mir ein Zeichen geschickt«, flüsterte sie ehrfürchtig. Ich war schon im Begriff, zu fragen, wie sie das meinte, als mein Blick dem ihren folgte: Es hatte aufgehört zu schneien. Die Wolkendecke, welche seit Monaten verschlossen war, begann bereits, aufzureißen; ein großer Stern schien hell vom Himmel herab und spiegelte sich in Minervas grünen Augen wieder.
Immer mehr Leute kamen herbei und folgten unseren Blicken. Ein glückliches Murmeln hob an. Das Ende des Schneefalls erschien uns allen wie ein wahres Wunder.
»Ein Wunder der Weihnacht«, vollendete Minerva meinen Gedanken. »Frohe Weihnachten, Elphin. Frohe Weihnachten, Albus.«

Rückblickend muss ich sagen, dass jenes Weihnachtsfest im Jahr neunzehnhunderdreiundachzig eins der schönsten war, die ich auf Hogwarts erleben durfte. Wir waren immer noch eingeschneit, und der Schnee blieb auch nach Weihnachten noch wochenlang liegen, aber das Ende des Schneefalls hatte die Menschen bestärkt, hatte ihnen die Hoffnung gegeben, dass der weiße Fluch doch zu bezwingen war.
Wir alle versammelten uns um den prächtigen Weihnachtsbaum und ließen uns von seinem Glanz und unserer Gegenseitigen Freude verzaubern. »Frohe Weihnachten, Minerva.«